Wie selbstfahrende Autos unsere Gesellschaft verändern werden

Ein Autohersteller nach dem anderen schickt sich an, selbstfahrende Autos in den kommenden Jahren auf den Markt zu bringen. Fahrerlose Autos gewinnen immer mehr Fans, doch auch die Kritiker der Zukunftstechnologie lassen nicht auf sich warten. Angst vor Kontrollverlust, mangelndes Vertrauen in die Technik und ungeklärte ethische Fragen werden genannt.

Ob es uns gefällt oder nicht: die Entwicklung scheint kaum mehr aufzuhalten zu sein. Was momentan vor allem Tesla mit seinem Tesla Autopilot vormacht, wollen auch BMW, Ford, General Motors oder Volvo schon bald bieten: Den Traum vom autonom fahrenden Fahrzeug, das ohne Fahrer auskommt. 

Ein Menschheitstraum wird endlich wahr – selbstfahrende Autos

Schon Mitte des 20. Jahrhunderts malten sich Menschen und auch Autohersteller in Zukunftsvisionen aus, wie Autos bald fahrerlos unterwegs sein würden und Menschen damit die Zeit während der Fahrt viel besser nutzen könnten.

Ähnlich wie bei einer Zugfahrt könnten sie sich von Angesicht zu Angesicht unterhalten, sich die Zeit mit Lesen oder Spielen vertreiben oder auch Arbeit nachgehen, während sie sicher und zielgenau zügig durchs Land gefahren werden. Die dazu notwendige Technologie zu leistbaren Kosten und mit der notwendigen Genauigkeit ist jedoch erst in jüngerer Zeit verfügbar; und auch der Wille, diese zu nutzen.

 

Auf den ersten Blick klingt es wie ein lang gehegter Menschheitstraum der freien und ungehinderten, individuellen Mobilität. Keine ungenutzten, nur im Sitzen verbrachten Wartezeiten im Stau, keine Angst vor Sekundenschlaf mehr, sondern sogar Extra-Nickerchenzeit am Weg zur Arbeit und kein Ärgern mehr über riskante Überholmanöver anderer Verkehrsteilnehmer.

Blickt man etwas genauer in die Zukunft, wird jedoch schnell klar, wie unglaublich stark unsere Gesellschaft heute bereits auf das bisher vorherrschende Mobilitätssystem mit Fahrzeugen, die von Menschen gelenkt werden, ausgerichtet ist und wie sehr sich durch das selbstfahrende Auto nicht nur der Verkehrssektor, sondern unsere gesamte Welt und die Art, wie wir leben, verändern wird.

Schon jetzt machen erste Anzeichen und Expertenmeinungen sehr deutlich, welche Bereiche sich wohl auf Veränderungen einstellen müssen. Wir möchten im Folgenden auf einige davon eingehen:

  1. Kein Eigentum mehr am Auto
  2. Verwaiste Parkplätze und Parkgaragen
  3. Keine Autos: Keine Autohändler
  4. Keine Straßen mehr?
  5. Wie werden wir in Zukunft wohnen?
  6. Wie arbeiten wir in Zukunft?
  7. Wird mehr gefahren?
  8. Wie werden Autos der Zukunft aussehen?
  9. Ein Blick zurück in die Zukunft

  1. Kein Eigentum mehr am Auto

Wenn Autos selbsttätig ihren Parkplatz finden können, auf Abruf zum gewünschten Ort gerufen werden können wie in der Fernsehserie Knight Rider mit David Hasselhoff und die Autonutzer nicht mehr selbst mit ihrem Gasfuß darüber entscheiden, ob sie einen Kavaliersstart hinlegen oder noch schnell über die Rote rauschen, dann wird das Auto wahrscheinlich auch seinen Stand als Statussymbol bald einbüßen. Irgendwann wird sich für viele vielleicht die Frage stellen, ob sie dann überhaupt noch selbst ein eigenes Auto besitzen wollen mit allen Kosten und Aufwänden, die ein PKW auch mit sich bringen kann. Vor allem, wenn dann noch wirtschaftliche Überlegungen hinzukommen, gewinnt Carsharing an neuer Dynamik.

Wenn autonom fahrende Autos, wie heute Taxis, sich einfach herbei rufen lassen, dabei aber kein Fahrer hinter dem Steuer zu sitzen braucht, dann wird ein Taxiservice deutlich günstiger, da die Personalkosten komplett wegfallen. Ein selbstfahrendes Auto wird dann auch viel schneller genau dort sein, wo es gerade benötigt wird, je mehr solche autonomen Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein freies Fahrzeug gerade in der Nähe befindet, steigt damit enorm.

Nun stellen wir uns vor, dass ein solches Auto nahezu 24 Stunden am Tag rund um die Uhr im Einsatz sein kann und täglich von vielen Personen auf Abruf genutzt wird – jeder bezahlt nur für die gefahrene Strecke – wie viel günstiger wird es dann, ein Automobil nur dann zu nutzen, wenn es benötigt wird, anstatt es ständig zu besitzen und dann auch voll für Wartung und Erhaltung aufzukommen?

  1. Verwaiste Parkplätze und Parkgaragen

    Foto: Matthew Berggren

Wenn immer weniger Menschen selbst Autos besitzen und auch die mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten, selbstfahrenden Autos so gut wie immer auf den Straßen unterwegs sind, um ihre Passagiere abzuholen und an deren Zielorte zu bringen, wer benötigt dann noch Parkplätze oder Parkgaragen? Immobilienspezialisten in den USA haben sich darüber bereits Gedanken gemacht. Sie gehen davon aus, dass diese dann freien Parkflächen beispielsweise in Lagerräume oder sogar Wohnräume umgebaut werden. Schon heute gibt es Architekten wie William Hezmalhalch in Orange County, CA, die die zukünftige Entwicklung berücksichtigen und etwa Garagen anbieten, die sich mit wenig Aufwand in Wohnräume umwandeln lassen.

Darüber hinaus könnte Wohnen oder zumindest der Bau von Wohnungen, Einkaufszentren und auch Büroimmobilien wesentlich günstiger werden. Denn bislang werden vor allem in Innenstadtlagen häufig Parkgaragen in den Tiefgeschossen von Neubauten mit errichtet. Die Kosten dafür tragen selbstverständlich die Mieter in Form einer höheren Miete. Wenn keine Garagen mehr notwendig sind, verringern sich die Gesamtbaukosten enorm, wodurch in der Folge die Mieten im Sinken begriffen sein könnten. Ein Hinweis darauf, dass autonomes Fahren auch zu erhöhter Bautätigkeit in der Zukunft führen könnte.

  1. Keine Autos: Keine Autohändler

Wird der Anteil an Autos im Besitz von Privatpersonen geringer, fallen damit auch viele Einrichtungen weg, die mit dem Automobilsektor in Verbindung stehen. Wenn in der Zukunft vorwiegend nur noch Carsharing-Unternehmen und Firmen Autos in großer Zahl ankaufen und diese direkt mit den Fahrzeugherstellern verhandeln bzw. die Hersteller selbst die Rolle von Carsharing-Diensten übernehmen, wird auch der Bedarf für die Präsentation von Neuwagen deutlich geringer werden. Autohändler, die sich an großen Einfahrtsstraßen aneinanderreihen, könnten somit schon bald ein Bild der Vergangenheit sein. Auch hier werden freie Flächen entstehen, die für andere Nutzungsarten verwendet werden können.

So wie auch heute schon Firmen bzw. auch große Taxiunternehmen mit großen Fahrzeugflotten eigene Waschanlagen oder auch Werkstätten besitzen, wo diese Dienstleistungen intern abgewickelt werden, so werden Reparaturen und Fahrzeugpflege wohl auch von den großen Carsharing- bzw. Taxi-Firmen selbst kostengünstiger und effizient durchgeführt, womit auch solche Einrichtungen seltener werden dürften.

Tankstellen wird es zwar auch weiterhin geben oder zumindest Orte, die diese Funktion erfüllen – und sei es, wenn es sich dabei um Schnelllade- oder Batterieaustauschstationen handelt – doch wenn es keinen Fahrer mehr benötigt, der den Wagen tankt und danach in den Shop geht, um zu bezahlen, da automatisch abgerechnet wird, braucht es vielleicht auch bald kein großes Warenangebot mehr rund um die Uhr in Tankstellenshops. Vielleicht werden diese zu Warenlagern ohne direkten Verkaufsbereich umfunktioniert, um von dort aus die von in der Nähe lebenden Kunden online getätigten Bestellungen auch spätnachts ins nächste freie autonome Auto zu laden, damit dieses schnellstmöglich die Tüte Chips oder Kiste Bier zur gewünschten Adresse bringt. In gleicher Weise könnten auch Drive-ins von Fast-Food-Restaurants überflüssig werden. Und selbstverständlich werden auch Fahrschulen ausgedient haben.

Schon jetzt wird klar, wie tiefgreifend die Veränderungen sein könnten, vor denen eine Gesellschaft an der Schwelle zur Technologie selbstfahrender Fahrzeuge steht. Doch wir haben gerade erst begonnen…

  1. Keine Straßen mehr?

“Where we´re going, we don’t need Roads.” Gut, zugegeben, der Schritt zu fliegenden Autos scheint noch in weiter Ferne, doch tatsächlich könnten autonom fahrende Fahrzeuge zumindest dafür sorgen, dass weniger Straßen benötigt werden. Städte sind heute sehr stark auf das Auto ausgerichtet. Zu jedem Gebäude führt eine Straße, um dieses mit einem Fahrzeug erreichen zu können. Doch vielleicht ist dies in Zukunft gar nicht mehr zwingend notwendig. Stadtplaner könnten völlig neue Konzepte entwickeln, was auch vor dem Straßennetz keinen Halt macht.

Wenn Menschen nicht mehr selbst hinter dem Steuer zu sitzen brauchen, sondern die Wegzeit effektiv für Unterhaltung, Arbeit oder einfach um aus dem Fenster zu blicken nutzen können, dann haben sie viel mehr Zeit zur Verfügung. Zeit, die sie vielleicht auch gerne in Anspruch nehmen, um ein paar Meter Fußweg zu einer den heutigen Taxiständen ähnlichen Pick-up-Station in Kauf zu nehmen, wo das nächste selbstfahrende Auto bereits auf Passagiere wartet.

Autonomes Fahren könnte dazu führen, dass die ohnehin teuren Straßen nicht mehr bis vor jedes Haus reichen brauchen. Stattdessen führen über die letzten 100 Meter zu einer Häuserzeile nur noch Geh- oder Radwege, über die es sich komfortabel zur nächsten Pick-up-Station bewegen lässt, um dort mit einem wartenden oder bestellten Auto an den gewünschten Zielort chauffiert zu werden. Dies würde enormes Potenzial bieten, um asphaltierte Flächen einzusparen. Ebenso könnten Straßenflächen schmaler gebaut werden, da nicht mehr überall an den Fahrbahnrändern Parkstreifen vorgesehen werden müssten. Denn wenn Autos ohnehin mehr gefahren werden als Stehzeiten haben, werden die Blechkolonnen in unseren Städten wohl bald ein immer seltener gesehenes Bild werden. Die Frage ist lediglich, was mit den so frei werdenden Flächen mitten im urbanen Raum geschieht – werden diese zu Grüngürteln umgewandelt, als Baugebiet freigegeben oder in ganz anderer Art und Weise genutzt?

  1. Wie werden wir in Zukunft wohnen?

Wenn das Pendeln zur Arbeitsstätte dank der Autos der Zukunft kein Mühsal mehr darstellt, sondern mitunter sogar sehr viel Entspannung und sogar Spaß, dann wird auch die Zeit, die wir beim Pendeln im Berufsverkehr verbringen, immer weniger als verlorene Zeit gelten und die Entfernung zum Arbeitsplatz weniger Bedeutung in der Wahl des Wohnortes bekommen. Beschäftigte werden dann wahrscheinlich bereit sein, längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen, da sie während der Fahrt bereits einige Arbeit erledigen können, sich Hobbys widmen können oder gar eine Runde Schlaf einlegen, wenn sie möchten. Bisher wirtschaftlich vernachlässigte und von Abwanderung geplagte Regionen in der Peripherie könnten dadurch wieder Aufschwung bekommen. Hier könnte ein regelrechter Bauboom eintreten. Zumindest solange die Grundstückspreise noch deutlich niedriger liegen als im traditionellen Speckgürtel. Mitunter werden aber auch Wochenendhäuser bzw. Zweit- und Drittwohnsitze an Bedeutung gewinnen, da die Anfahrt dank selbstfahrender Autos nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt.

  1. Wie arbeiten wir in Zukunft?

Wie wir in der Zukunft arbeiten, hat neben der Entwicklung selbstfahrender Autos selbstredend auch noch mit vielen anderen Faktoren zu tun, wie der allgemeinen Digitalisierung und Automatisierung. Sehr wahrscheinlich werden wir dank fahrerloser Fahrzeuge jedoch sehr viel entspannter und ausgeruhter in die Arbeit gelangen. Vielleicht wird ein großer Teil der Arbeit sogar im Auto abgewickelt. Denn auch wie Autos aufgebaut sind und welche Ausstattungen sie bieten, wird sich verändern. Warum also nicht ein Meeting in einem Kleinbus abhalten, der die Kollegen selbstfahrend nacheinander von deren Wohnorten oder Büroadressen abholt und danach wieder nacheinander dort absetzt?

Eines scheint jedoch sehr klar. Wie auch der Zukunftsforscher, Speaker und Buchautor von Roboter stehlen deinen Job, aber das ist okay vorrechnet, werden weltweit Millionen von Jobs durch die Verbreitung selbstfahrender Autos wegfallen und nicht direkt ersetzt werden. Denn Lkw-Fahrer, Busfahrer, Taxichauffeure, Paketboten, Krankenwagenfahrer und viele andere wird es nicht mehr benötigen. Fahrerlose Autos sind schon heute fehlerfreier, genauer und vor allem günstiger. Fahrer werden nicht mehr gebraucht.

Auch die Polizei dürfte in Zukunft in vielen Bereichen entlastet werden. Denn wenn es kein Problem mehr ist, sich auch alkoholisiert in ein Auto zu setzen und nach Hause zu fahren und auch Verkehrssünder und Falschparker so gut wie ausgeschlossen sind, da die künstliche Intelligenz sich immer an die Verkehrsregeln hält, dann wird es wohl auch nur mehr wenige Verkehrspolizisten brauchen, die hier eingreifen und Strafen aussprechen.

  1. Wird mehr gefahren?

Ein Bild der Stadt der Zukunft, in der anzahlmäßig weniger Autos zu finden sind, da sich viele Personen Autos in Form von Carsharing teilen und nicht mehr jeder einen eigenen fahrbaren Untersatz besitzt, suggeriert eine Zukunft, in der allgemein weniger gefahren wird. Doch genau das Gegenteil könnte der Fall sein. Denn auch bei anderen Technologien und Entwicklungen, die komfortabler und günstiger wurden, war bislang oft festzustellen, dass dies mit einem deutlichen Anstieg in der Nutzung einherging. Warum sollte dies bei selbstfahrenden Autos anders sein?

Schon das Beispiel, dass Menschen voraussichtlich längere Wege in die Arbeit in Kauf nehmen werden, wenn das automatisierte Fahren sich so angenehm gestaltet, zeigt, dass in Zukunft wohl eher mehr als weniger Kilometer mit den neuen Möglichkeiten des motorisierten Individualverkehrs zurückgelegt werden. Zudem kommt die Überlegung, dass autonomes Fahren wesentlich günstiger sein wird als Autofahrten heute, da nur mehr für tatsächlich gefahrene Strecken bezahlt wird. Einige Experten gehen sogar davon aus, dass Mobilität in vielen Bereichen sogar gratis werden könnte; beispielsweise, indem sich die Passagiere während der Fahrt Werbebotschaften anhören oder ansehen und die Werbetreibenden für die Fahrt bezahlen.

Auch für Freizeitfahrten wie Ausflüge ins Grüne oder Urlaube könnten deutlich längere Strecken gewählt werden als bisher. Während die Entfernung bei Autoreisen heute vorwiegend von der Fitness des Fahrers abhängig ist, der sich über mehrere Stunden auf die Straße konzentrieren soll, könnte es in Zukunft vielleicht sogar einmal Autos mit bettenähnlichen Liegesitzen geben. So beginnen wir die Reise etwa abends von zuhause aus, schlafen dann nachts im Wagen und sind am nächsten Morgen ausgeruht im Süden am Meer angekommen. Je nachdem, wie komfortabel diese Liegeflächen sich in Autos gestalten lassen und auch Sicherheitsaspekte mit berücksichtigt werden können, werden einige Urlauber diese Möglichkeit vielleicht sogar der Übernachtung im Hotel vorziehen und Leistungen wie Duschen und Verpflegung andernorts erledigen. Vor allem bei Roundtrips kann dies eine interessante Reisevariante darstellen.

Foto: Tesla

Auch werden dank fahrerloser Autos viele Menschen die Möglichkeit in Betracht ziehen, alleine in Urlaub zu fahren, die es sich bisher nicht selbst zugetraut hätten, eine solch lange Autofahrt zu unternehmen. Von dieser Perspektive aus ist daher davon auszugehen, dass insgesamt mehr gefahren wird als bisher, auch wenn es vielleicht nicht so wirken wird, da die Straßen aufgeräumter und der Verkehr flüssiger erscheinen werden.

8. Wie werden Autos der Zukunft aussehen?

Im Augenblick orientiert sich das Fahrzeugdesign von Autos, die autonom fahren können noch sehr an dem herkömmlicher fahrbarer Untersätze. Dies mag vor allem daraus resultieren, dass es sich bislang auch eher um teilautonomes Fahren handelt und der Fahrer das Steuer dann doch immer wieder einmal selbst in die Hand nimmt. Tesla hat mit seinem umfangreichen Unterhaltungssystem bereits auf den Bedarf zur Freizeitnutzung reagiert, wenn die Elektrofahrzeuge des kalifornischen Herstellers selbstfahrend unterwegs sind. Doch es ist davon auszugehen, dass sich Aufbau und Design noch stärker wandeln werden.

Warum beispielsweise sollten Sitze nicht drehbar sein, um sich gut mit den anderen Personen im Wagen unterhalten zu können. Auch ein Tisch könnte in der Mitte ausklappbar sein, sodass auch ausgedehnte Mahlzeiten gemütlich während der Fahrt eingenommen werden können. Der Besuch einer Raststation ist dann nicht mehr zwingend notwendig. Für lange Urlaubsfahrten könnten größere, gut ausgestattete Fahrzeuge gewählt werden, die eher heutigen Wohnmobilen ähneln. Zudem könnten Modelle, die sich hauptsächlich eher langsam im urbanen Raum bewegen, anders ausgestaltet sein als windschnittige Varianten, die bei hohen Geschwindigkeiten auf den Autobahnen unterwegs sein werden. Vielleicht werden wir, anstatt immer im selben Modell zu sitzen, täglich drei, vier oder noch mehr verschiedene Modelle je nach Bedarf und Strecke pro Tag nutzen, da diese ohnehin wie Taxis auf Abruf verfügbar sein werden.

Ein Blick zurück in die Zukunft

Ein Blick zurück: Schon einmal stand die Menschheit vor einer ähnlich radikalen Veränderung der Mobilität: Nämlich, als der Transfer von der Pferdekutsche zum Auto geschah. Vor über 120 Jahren hatte New York City rund 3 Millionen Einwohner und die damaligen Stadtverwalter waren der Ansicht, dass die Stadt nicht mehr viel weiter wachsen können würde, da die Straßen von Pferdefuhrwerken verstopft waren und ihre Kapazitätsgrenzen erreicht hatten. Auch der Pferdemist stellte ein übelriechendes und unschönes Problem überall dar. Man rechnete jedoch nicht mit der Erfindung des Autos und der massenhaften Verbreitung desselben. Dank der zügigeren, für damalige Verhältnisse saubereren und bald auch effizienteren Transportvariante ließen sich die vorhandenen Straßen besser nutzen und der Bevölkerungsexplosion New Yorks stand nichts mehr im Wege. 

Eine ähnliche Revolution steht unserer Welt auch heute bevor. Bislang lässt sich nur erahnen, welche Veränderungen self driving cars für unsere Gesellschaft, unsere Städte und die Art, wie wir leben, mit sich bringen werden. Doch sie dürften tiefgehender Natur sein. Auch die Stadt der Zukunft wird sich verändern. Wenn dank künstlicher Intelligenz und exakter Technologie der Verkehr flüssiger, schneller und effizienter auf mitunter weniger Straßenfläche gestaltet werden kann, zudem Straßenschilder und Ampeln aus dem Ortsbild verschwinden und auch Millionen Quadratmeter Parkflächen weltweit nicht mehr benützt werden, wird dies auch die Stadt der Zukunft verändern und die Art, wie unsere Gesellschaft tickt.

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