Freiraum für Treumer? [sic!]

Manchmal macht man Fehler, die eigentlich nur auf den ersten Blick als solche erscheinen und bei genauerer Betrachtung Sinn machen oder aufzeigen, was wichtig ist oder es sein könnte.

Für die Psychologie sind das sogenannte „Fehlleistungen“, der Volksmund kennt diese unbewussten aber doch verräterischen Fehler als „Freud‘sche“. Gemeint ist damit eben dieses „Versprechen“, „Verhören“, „Versehen“ oder eben „Verschreiben“, das auf den ersten Blick einen falschen Inhalt widergibt, auf unbewusster Ebene jedoch Sinn macht. (Sigmund Freud behandelte diese „Fehlleistungen“ übrigens in seiner Abhandlung „Zur Psychopathologie des Alltagslebens“ aus dem Jahr 1901).

Solche „Fehler“ geschehen also unbewusst; so wie jener, das Wort „Träume“ immer wieder falsch zu schreiben: Dann werden daraus „Treume“. Nicht nur jede Germanistin und jeder Germanist schreit bei solch einem Lapsus auf – bedenkt man jedoch, was in dieser Schreibweise steckt, sollte man überlegen, ob einem da nicht das Unbewusste einen kleinen Wink geben möchte:

Denn in „Treume“ steckt das Wort „treu“ und in dem Sinn macht es auch wieder Sinn (eine beabsichtigte Wortwiederholung), weil jemand, der seinen Träumen folgt, sich selbst auch treu ist.

Was sagt uns also diese Fehlleistung?

Vielleicht bedeutet sie ja, dass in dem Schreibenden noch unerhörte Träume (der doppelte Wortsinn ist beabsichtigt) schlummern? Denn die Erfüllung oder auch „nur“ die Arbeit an der Erfüllung bringt uns unserem Selbst näher – wir sind also uns selbst treu(er)?

Inspiration, in uns hineinzuhören, finden wir immer wieder in Geschichten erfolgreicher Traumerfüllungen, die stets eines gemeinsam haben: Ohne einer „Treue zu sich selbst“ hätten sie es nie so weit geschafft. Denn es braucht vor allem anfangs auch ein dickes Fell, sich selbst und nicht dem Strom der Masse zu folgen.

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