Digitalisierung: 3,4 Millionen Freizeitpioniere gesucht

Grundeinkommen

3,4 Millionen Freizeitpioniere deutschlandweit gesucht – Zukunftsperspektiven für eine digitale Welt

Der deutsche Branchenverband Bitcom warnt: Schon innerhalb der nächsten 5 Jahre drohen insgesamt 3,4 Millionen Arbeitsplätze durch die Folgen der Digitalisierung wegzubrechen. Zu dieser Einschätzung kommt Bitcom anhand einer Umfrage unter 500 Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern. Ein Viertel der Betriebe sieht durch die Digitalisierung sogar das eigene Geschäftsmodell und damit den Fortbestand gefährdet.

3,4 Millionen Beschäftigte weniger bedeutet rund 10% weniger Arbeitnehmer in Lohn und Brot in Deutschland.

2 Fragen drängen sich hier besonders auf:

  • Welches Einkommen werden diese Menschen in der Zukunft beziehen?
  • Welcher Tätigkeit werden sie in Zukunft nachgehen, wenn sich keine Ersatzjobs mehr finden?

 

Wie gut vernetzte Zukunftsforscher wie Federico Pistono betonen, befinden wir uns nicht mehr in der Industriellen Revolution, wo alle Arbeitsplätze, die durch neue Technologien und Digitalisierung wegfallen, einfach wieder durch neue Jobs ersetzt werden. Denn der Wandel geht viel schneller voran als früher und die neuen Technologien glänzen durch immense Produktivität. Der Branchenverband rechnet vor, dass allein im Sektor der Kommunikationstechnik innerhalb von 15 Jahren rund 90% (!) der Stellen durch die Digitalisierung weggefallen sind. Diese mit gleichwertigen, gleich gut bezahlten Jobs zu ersetzen, gleicht einer Mammutaufgabe.

Veränderung der Arbeitswelt vorprogrammiert

Das Ende der Arbeit scheint vorprogrammiert. Immer mehr Branchen sind Stück für Stück von immer mehr neuen Technologien betroffen. Software und Maschinen ersetzen Menschen und erledigen deren Aufgaben schneller, genauer und vor allem günstiger. Unternehmen, die nicht das Nachsehen haben wollen, bleibt gar nichts anderes übrig, als mitzuziehen.

Wird ein Menschheitstraum wahr?

Was in der öffentlichen Diskussion, die sich vor allem um die Arbeitsplatzsicherung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze dreht, vernachlässigt wird, ist die Frage, ob wir nicht vielleicht sogar kurz vor der Erfüllung eines Menschheitstraums stehen und es nicht merken!?

Jahrhunderte- und wahrscheinlich Jahrtausende lang war es der Traum des Menschen, sich von der mühseligen Arbeit zu befreien, die ihn körperlich wie auch geistig belastet und ihm Zeit für die angenehmen Dinge des Lebens raubt. Mit der hohen Effizienz der digitalen Welt, gekoppelt mit einem steigenden Automatisierungsgrad in allen Bereichen des Lebens könnte dieser Traum nun endlich wahr werden. Die sich schon heute abzeichnende Veränderung der Arbeitswelt spricht dafür. Jedoch scheinen wir unvorbereitet auf diese neue Welt zu sein, in der Arbeit, wie wir sie heute kennen, womöglich einen immer geringeren Stellenwert einnehmen wird.

Neuorientierung gesucht: Werden wir Freizeitpioniere?

Ein Thema, das sicherlich nicht ausgeklammert werden darf, ist das bedingungslose Grundeinkommen für alle. Sofern nicht eine andere Form gefunden wird, für ein gutes Auskommen aller Menschen zu sorgen, wenn es nicht mehr genügend Arbeit für Menschen gibt, die gegen Geld getauscht wird und stattdessen künstliche Intelligenz und Automatisierung die Arbeitswelt von Morgen prägen.

Wenn die Frage der Finanzierung beantwortet ist, gilt es jedoch eine noch viel wichtigere Frage zu lösten. Auch Elon Musk hat die Bedeutung dieser Herausforderung bereits in einem viel beachteten Interview bereits hervorgehoben: Was werden wir mit unserer Freizeit anfangen?

So lächerlich diese Frage auf den ersten Blick scheinen mag, so ernst ist sie gemeint. Die meisten Menschen sind nicht vorbereitet auf ein Leben in voller Freiheit, das sich nicht an bestimmten Rhythmen orientiert und in dem sich keine primäre Tagesbeschäftigung aufdrängt. Diese Situation ist weder mit einem Urlaub zu vergleichen, der zeitlich begrenzt ist, noch mit der Situation von Arbeitslosen, die gedanklich auch weiterhin beschäftigt, wie sie Arbeit finden können oder bis dahin ihre Rechnungen bezahlen können.

Nehmen wir Der Freizeitpionier von Thomas Sailer als Orientierung, geht es vielleicht schon heute darum, sich der Selbstfindung zu widmen und schon jetzt selbst eigene Leidenschaften zu verfolgen und nicht erst lange zuzuwarten, bis die Veränderungen in der Arbeitswelt eine Situation schaffen, in der dies notwendig ein Umdenken unausweichlich wird. 

Es ist gar nicht notwendig, sich Zahlen zu Burnout-Fällen anzusehen – schon in Gesprächen mit Bekannten schwingt häufig mit, wie viele Menschen unglücklich im Job sind und sich einen erfüllenden Beruf wünschen. Was wenn ohnehin Technologie uns bald die nervenaufreibenden, mühseligen Arbeiten abnimmt und wir dann viel mehr Zeit haben, uns uns selbst zu widmen, anstatt mit hoher Unzufriedenheit im Job Tag für Tag Dinge abzuarbeiten, die womöglich sogar sehr wenig mit uns selbst und unserem wahren Wesen zu tun haben?

Welche Leidenschaft steckt in euch, der ihr gerne mehr nachspüren möchtet?

 

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